Mittwoch, 4. Juli 2012

"Die Kinder von Eden" von Ken Follett

"Wenn er sich schlafen legt, sieht er stets diese Landschaft vor sich: Ein Kiefernwald bedeckt die Hügel, dicht und dick wie der Pelz auf dem Rücken eines Bären. In der klaren Bergluft ist der Himmel so blau, daß jeder Blick hinauf in den Augen weh tut. Weitab von der Straße liegt ein verstecktes Tal."


"Die Kinder von Eden" von Ken Follett

Verlag: Bastei Lübbe (2001)
Format: TB, 526 Seiten
ISBN: 3-404-14535-6
Preis: 9,99 € [D]
Originaltitel: "The Hammer of Eden" (1998)

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Klappentext


Ein kleines Tal in Kalifornien. Hier lebt seit den sechziger Jahren eine Hippie-Kommune. Nun aber soll ihr Dorf einem Stausee weichen. In ihrer Not fassen die "Kinder von Eden" einen wahnwitzigen Plan: Wenn man sie nicht in Frieden leben läßt, wollen sie ein Erdbeben mit katastrophalen Folgen auslösen. Niemand glaubt ihnen. Ein folgenschwerer Fehler, wie sich bald zeigt ...


Meine Meinung


Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und nicht wieder los gelassen. Es handelt von einer kleinen Hippie-Kommune in einem Tal in Kalifornien. Seit Jahrzehnten hatten sie kaum Kontakt zur Außenwelt, verkaufen über einen Mittelsmann nur den Wein, den sie erzeugen und erhalten dafür die nötigen Lebensmittel, Kleidung etc. Dann jedoch soll ein Staudamm gebaut werden, der das ganze Tal überfluten würde. Eine kleine Gruppe der Kommune rund um den charismatischen Priest weigert sich, das Dorf aufzugeben. Sie können sich nicht vorstellen, ein geregeltes Leben in einer Stadt zu führen, manche werden sogar strafrechtlich verfolgt und haben in der unbekannten Kommune einen Zufluchtsort gefunden. Sie entdecken, dass man mit einem sogenannten seismischen Vibrator Erdbeben erzeugen kann, wenn man sich an der richtigen Stelle befindet. An der San-Andreas-Verwerfung gibt es viele solcher Stellen und so erpressen sie den Gouverneur Kaliforniens mit der Drohung, Erdebeben zu erzeugen, sollte nicht ein sofortiger Baustopp für alle Kraftwerke im Staat erfolgen.

Es ist unglaublich wie Follett es versteht, denn Spannungsbogen stetig ansteigen zu lassen. Nach dem ersten Kapitel dachte ich kurz: "Okay, und was soll jetzt die nächsten 400 Seiten füllen?", doch die Befürchtung hat sich nicht bewahrheitet.

In dem Buch laufen zwei Geschichten parallel. Zum einen die der Kommune und vor allem der kleinen Splittergruppe, die sich "Die Kinder von Eden" nennt. Stück für Stück wird die Vergangenheit der jeweiligen Personen mit eingewoben, die die Skrupellosigkeit, derer sie sich anfangs garnicht bewusst sind, und deren Verzweiflung erklärt. Gleichzeitig wird die Geschichte aus Sicht der jungen FBI-Agentin Judy erzählt, die sich neben den Ermittlungen noch mit fiesen Schikanen ihrer Vorgesetzten herumschlagen muss.

 Geschickt verknüpft Follett die Charaktere miteinander, lässt das FBI in die Irre laufen und die "Kinder von Eden" Fehler machen, entwickelt die Charaktere glaubhaft weiter bis schließlich alles zusammenläuft und es zu einem spannenden Showdown kommt. Trotz der Brutalität, zu der die Kinder von Eden im Verlauf des Buchs immer häufiger bereit sind, kann man sich in sie hineinversetzen. Man versteht, welche Verzweiflung sie antreibt und kann nachvollziehen, dass sie langsam den Überblick über die Relationen verlieren. Selbst mit dem gewissenlosen Priest hatte ich manchmal Mitleid... 

Das Buch sowie auch die Danksagung lassen eine riesige Recherchearbeit vermuten, die sich aber auf jeden Fall gelohnt hat. Da sind zum Beispiel die Vorgehensweisen der Ermittler, von Sprachanalysen bis zu Persönlichkeitsprofilen. Da tun sich Wege auf, wo ich schon längst den Kopf in den Sand gesteckt hätte. Grundlage des Romans sind aber vor allem die geographischen Gegebenheiten. Für mich als (u.a.) Geographie-Studentin war es deshalb gleich doppelt interessant. Auf das Buch bin ich überhaupt erst durch Erwähnung meines Professors aufmerksam geworden, ich weiß allerdings nicht mehr genau, wie seine Meinung über das Buch ausfiel.

Doch selbst wenn sich hier Wahrheit und Fiktion überschneiden sollten, ist Follett ein packender Thriller gelungen, der nicht zu wünschen übrig lässt. Ich vergebe 5 von 5 Wolken. Es war mein erster Follett-Roman, doch er hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht.

1 Kommentar:

  1. Hi,
    Ich bin auf blog-zug.com auf Dich gestossen und direkt hängen geblieben... =D

    So ein wunderschönes Design und so toll geschrieben, ich werde Deinen Blog ab heute verfolgen =)

    Das Buch hier klingt wirklich total spannend! =)

    Alles Liebe,
    Enana

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)