Sonntag, 25. November 2012

"Das Bernstein-Teleskop" von Philip Pullman

"In einem von Rhododendren überschatteten Tal nahe der Schneegrenze, durch das schäumend ein Bach mit grünem Schmelzwasser floss und unter dessen gewaltigen Pinien sich Tauben und Bergfinken tummelten, lag unter einer Felsnase, halb versteckt hinter den schweren harten Blättern der Büsche, eine Höhle."


"Das Bernstein-Teleskop" von Philip Pullman

Verlag: Carlsen (Oktober 2007)
Format: TB, 590 Seiten + "Laternbilder"
ISBN: 978-3-551-35720-5
Preis: 9,95 € [D] (oder 19,95 € Schuber)
Originaltitel: "His Dark Materials 3: The Amber Spyglass" (2000)

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Inhalt


Die letzte Schlacht naht und damit auch die Bestimmung, die Lyra zu erfüllen hat. Doch zuvor durchquert sie mit Will die kalte Welt der Toten, die niemand mehr verlassen kann...

Meine Meinung


Dieses Buch hat mir am wenigsten von den Dreien gefallen. Es ist so weit weg vom ersten Band und es scheint, als wollte Pullman hier noch möglichst viel fantastische Dinge erschaffen, die auf mich aber oft schlichtweg lächerlich wirkten. Zum Beispiel konnte ich mich absolut nicht mit den "Mulefa" anfreunden, rautenförmigen antilopenähnlichen Tieren mit Rüsseln, die Vorder- und Hinterbein in große Samenkapseln stecken und sich so auf Rädern fortbewegen.
"Sie glichen einer Kreuzung zwischen Antilope und Motorrad und, noch merkwürdiger, sie besaßen Rüssel wie kleine Elefanten." (S. 477)

Oder die Harpye, die den Eingang zum Totenreich bewacht und "Niemand" heißt, so dass einmal geschrieben steht:
""Ja", sagte Niemand, "um sie hinaus in die Welt zu führen."" (S. 356)

Abgesehen davon wirkten viele andere Dinge nicht schlüssig für mich. Zum Beispiel sucht Will seit langem seinen Vater und als er dann die Gelegenheit hat, mit ihm zu sprechen, vergisst er ihn beinahe, während er neben Lyra herläuft. Die Rolle von Mary, die die Bestimmung hat, die "Verführerin", die Schlange zu sein, wie einst im Garten Eden, war mir auch nicht klar. Am Ende hat sie eigentlich garnichts gemacht außer das Bernstein-Teleskop zu bauen.

Der Roman kam mir ziemlich unausgewogen vor, die gerade Linie fehlte und manchmal drehte sich alles im Kreis, kam nicht voran. Der Ausgang des Kampfes bleibt irgenwie offen und auch das Ende ist nicht sehr befriedigend, wie ich finde.

Ich vergebe 2 von 5 Wolken für den letzten Band der Trilogie.

Der Schuber


Verlag: Carlsen (2007)
Format: 3 Taschenbücher im Pappschuber
ISBN: 978-3-551-35720-5
Preis: 19,95 € [D]

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Das hübsche Teil steht schon lange in meinem Regal und ich bin froh, dass ich es jetzt guten Gewissens zurückstellen kann. Die Aufmachung gefällt mir sehr gut, die Cover der Bücher wiederholen sich auf dem Pappschuber. Ich habe schon erwähnt, dass ich diese Cover-Wahl ein wenig unglücklich finde, weil sie suggeriert, dass es sich um kinderfreundliche Bücher handelt, was aber meiner Meinung nach nicht der Fall ist. Vor allem der dritte Band ist schwere Kost. 

Im Durchschnitt habe ich die drei Bücher mit 3,66 Wolken bewertet, aufgerundet bekommt der Schuber also die Bewertung 4 von 5 Wolken.

Hier findet ihr die anderen beiden Rezensionen:

Band 1: Der Goldene Kompass
Band 2: Das Magische Messer

Kommentare:

  1. Die Mulefa fand ich auch total abwegig und die Passagen bei den Mulefa haben sich gezogen wie Kaugummi. Auch wenn es jetzt schon ein paar Jährchen her ist, dass ich die Trilogie gelesen habe, daran erinnere ich mich noch genau!

    LG
    Kathi

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  2. Mir hat dieser Teil auch am wenigsten gefallen, auch wenn ich nicht so viele Fragen gestellt habe, sondern alles einfach hinnahm.. (ich war noch ein Kind) Er liest sich auch schwerer als die anderen, ich habe lange gebraucht, um meinen Weg in die Geschichte zu finden, obwohl ich das Buch dann schneller durch hatte als es mir lieb war..
    Jedenfalls hat mir einiges auch sehr gut gefallen, z.B. die Reise ins "Reich der Toten", das fand ich damals wirklicht gut!

    Liebe Grüße,
    Clara-J

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  3. Irgendwie bin ich ein bisschen verwirrt. Heißt das, dass du gegen echtes Leder bist oder das das Stückchen das ich verwendet hab nach Kunstleder aussieht?^^'

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  4. Ah verstehe. Ich hoffe du nimmst es mir nicht übel, dass ich bei diesem DIY echtes Leder benutzt habe. Das Stückchen lag bestimmt schon seit 12 Jahren im Nähzimmer rum, wenigstens hatte es jetzt eine Verwendung.

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)