Montag, 11. Mai 2015

"Herbst - Ausklang" von David Moody

"Jessica Lindt starb drei Tage vor ihrem 32. Geburtstag. Das war vor fast einem Monat. Seither hat sie jede Sekunde jedes Tages damit verbracht, ziellos umherzuwandern, oft in Scharen anderer Leichen, manchmal zu den wenigen verbliebenen Anzeichen von Leben in der ansonsten toten Leere von einer Welt. Jessica hatte keine Ahnung mehr, wer oder was sie war - sie existierte nur noch. Zwar reagierte sie auf die unregelmäßigen Bewegungen und Geräusche rings um sie, doch sie wusste nicht, weshalb oder wie. Und dennoch blitzte gelegentlich irgendwie eine Erinnerung auf."




"Herbst - Ausklang" von David Moody

Verlag: mkrug (2013)
Format: TB, 267 Seiten
ISBN: 978-3-902607-76-8
Preis: 9,95 € [D] 
Originaltitel: Autumn: Aftermath (2012)

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Inhalt


Es schien der ideale Rückzugsort zu sein: eine größere Gruppe Überlebender verschanzt sich in in einer mittelalterlichen Burg. Doch während die Gefahr durch die immer mehr verwesenden Leichen abnimmt, nehmen die Spannungen innerhalb der Gruppe zu. Einige versuchen, sich zum Anführer aufzuschwingen und die anderen zu terrorisieren. Als ein Großteil der Überlebenden die Burg verlassen will, eskaliert die Situation.


Meine Meinung


Dieses Buch ist der fünfte und letzte Band der Herbst-Reihe von David Moody. Im vorherigen Band wurde damit begonnen, das Zusammenleben der Menschen zu beschreiben, nachdem die Toten immer weniger gefährlich werden. In diesem Band hat Moody diese Thematik zum Schwerpunkt gemacht und ein realistisches Bild davon gezeichnet, wie eine kleine Gesellschaft unter den gegebenen Umständen aussehen könnte.

Eine größere Gruppe funktioniert nicht ohne Organisation. Doch es gibt meist jemanden, der sich in der Hinsicht über die anderen stellen will. So auch hier. Die schwächeren Charaktere schlagen sich auf seine Seite, bis sich zwei ungleiche Parteien gegenüber stehen. Verschärft wird die Situation zudem durch das Machtgefälle zwischen den Männern und den zahlenmäßig unterlegenen Frauen.

Moody könnte durchaus recht haben mit seiner Annahme, dass die Menschen in einer postapokalyptischen Welt schnell ins Patriarchat zurückfallen könnten. Die Frauen werden nur noch als potenzielle Mütter angesehen, die es von jeglicher Gefahr fernzuhalten gilt und die stattdessen für das Kochen und Putzen eingesetzt werden. Auch, dass sich die meisten in ihre Rolle fügen würden, kann ich mir durchaus vorstellen, was mich nur noch mehr ärgert.

Bei Emma, Michael und den anderen ihrer Gruppe scheint das Ganze weitaus besser zu funktionieren. Ich bin froh, dass diese Gemeinschaft auch wieder eine tragende Rolle spielt, denn ich habe ja schon meine Sympathie zu ihr bekundet. Vielen Menschen aus der Burg geht es ebenso, dennoch zögern sie, ihnen zu folgen. Den Konflikt, den sie alle innerlich austragen und in dem sie Abgeschiedenheit und Zugang zu den Resten der modernen Zivilisation gegeneinander abwägen, wurde von Moody sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Selbst ich kam kurz ins Wanken und fragte mich, wie ich mich entscheiden würde.

Auch wenn die Leichen zunehmend schwächer werden ist das Buch spannend und aufregend. Wird den ehemaligen Burgbewohnern die Flucht gelingen? Werden sie ein geeignetes Tranportmittel finden? Wird es auch Michael schaffen, zu seiner geliebten Emma zurückzukehren? Außerdem erfahren die Protagonisten und die Leser einiges Neues über die Leichen. Womöglich sind sie doch nicht so, wie sie immer vermutet hatten... Ich vergebe 5 von 5 Wolken für diesen gelungenen Reihen-Abschluss.

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