Sonntag, 30. August 2015

"Tagebuch der Apokalypse 3" von J.L. Bourne

"1. November
Panama, Kampfgruppe Sanduhr
Chaos. Hundert Prozent. Die Szenerie unter uns ähnelte einem Gebiet nach einem Hurrikan der Stärke 5 oder einem Luftbombardement. Die vielen Bauten an der Wasserstraße erinnerten noch an die Launen der Elemente und wiesen deutliche Anzeichen von schleichendem Verfall und Vernachlässigung auf. Der Dschungel begann die Kanalregion zurückzuerobern. Bald würde er jeden Beweis dafür ausradieren, dass der Mensch diesen Kontinent vor einem Jahrundert geteilt hatte."



"Tagebuch der Apokalypse 3" von J.L. Bourne

Verlag: Heyne (2013)
Format: TB, 495 Seiten
ISBN: 978-3-453-43633-6
Preis: 8,99 € [D] 
Originaltitel: Day by Day Armageddon - Shattered Hourglass (2012)

☁ ☁ ☁

Inhalt


Der Protagonist, der sich mittlerweile Kil nennt, reist mit einer Militärtruppe nach China, um den vermeintlichen Patient Null, also den Verursacher der Seuche, die einen Großteil der Menschheit innerhalb kurzer Zeit getötet hat, zu finden und mit dessen Hilfe ein Heilmittel gegen das Virus zu Entwickeln. Doch auf dem Flugzeugträger, der vielen Überlebenden mittlerweile ein Zuhause bietet, lauert die Gefahr...


Achtung!! Diese Rezension enthält Spoiler!!

Meine Meinung


Dieses Buch ist der letzte Teil der "Tagebuch der Apokalypse"-Trilogie rund um den ehemaligen Marine-Offizier, der sich nun Kil nennt, und seine Mitstreiter im Kampf ums Überleben in einer postapokalyptischen Welt.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist "Tagebuch der Apokalypse 3" jedoch nicht in Tagebuchform geschrieben, was es dem Autor ermöglichte, Szenen an verschiedenen Orten zu beschreiben und auf Geschehnisse außerhalb von Kils Wahrnehmung einzugehen. Es gibt immer noch einzelne Einträge, die die Gedanken des Protagonisten wiedergeben, doch diese dienen in diesem Band nur der Ergänzung.

In diesem Buch machen sich Kil und einige weitere Mitglieder des Militärs auf, um der Quelle des Virus, die man in China vermutet, auf die Spur zu kommen. Sie stehen in ständigem Kontakt zu den Überlebenden auf dem im Pazifik ankernden Flugzeugträger, wo jedoch kaum einer ahnt, dass die Gefahr mitten unter ihnen lauert: Leichen wurden zu Forschungszwecken an Bord genommen und die Gefahr, die von ihnen ausgeht, wird unterschätzt. Völlig unerwartet nehmen auch noch Überlebende in einer wissenschaftlichen Forschungsstation in der Arktis per Funk Kontakt auf. Sie helfen dabei, den Kontakt zum Uboot zu halten und hoffen, im Gegenzug aus der eisigen Hölle befreit zu werden.

Insgesamt bietet der Roman also genug Potenzial für ein spannendes und kurzweiliges Leseabenteuer - dachte ich. Dieser dritte Band hat mich aber im Vergleich zu seinen Vorgängern ziemlich enttäuscht. Während ich die Geschehnisse auf dem Flugzeugträger sowie in der Forschungsstation sehr spannend fand, ja, mich sogar geärgert habe, wenn die Handlung vom nächsten Kapitel unterbrochen wurde, hat mich die "Operation Sanduhr", also Kils Reise nach China, nicht vom Hocker gehauen. Ich fand die Handlung schwach und vor allem die die Zwischenstation auf Hawaii unnötig und absolut nicht nachvollziehbar.

Die Chancen, die sich Bourne durch den Wechsel der Erzählperspektive selbst geschaffen hat, hat er nicht voll ausgeschöpft. Es gibt zahlreiche Leerstellen und Sprünge, die dem Buch ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen.

Besonders geärgert habe ich mich dann über den Schluss. Ich hatte mich schon gewundert, als die verbleibenden Seiten weniger und weniger wurden und es irgendwie immer noch nicht Richtung Schluss ging. Dann ging plötzlich alles ganz schnell, weshalb sich bei mir das Gefühl einschlich, Bourne wollte nur noch schnell fertig werden. Unschlüssig und flach löst sich alles auf und ließ mich mit den Gedanken "Wie, das war's??" zurück. Schade! Hier hätte man noch mehr herausholen können und ich denke, die Ideen aus Band 3 hätten locker zwei Bände füllen und damit einiges an Tiefe gewinnen können.

So kann ich leider nur 3 von 5 Wolken für dieses Buch vergeben.

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