Dienstag, 8. September 2015

"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" von Jessica Park

"Julie Seagle starrte das Gebäude vor sich an und schwor, nie wieder eine Wohnung über Craigslist zu mieten. Der Gurt ihrer vollgestopften Reisetasche schnitt ihr in die Schulter, weshalb sie sie auf die beiden Koffer fallen ließ, die auf dem Gehweg standen. Schließlich war es ja nicht so, dass sie ihre Sachen jetzt noch irgendwohin bringen musste. Fassungslos musterte Julie die blinkende Neonreklame, die die angeblich besten Burritos in Boston anpries. Auch ein erneuter Blick auf den Ausdruck der E-Mail konnte nichts daran ändern. Jepp, es war die richtige Adresse."


"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" von Jessica Park

Verlag: Loewe (2014)
Format: HC, 379 Seiten
ISBN: 978-3-7855-7867-4
Preis: 17,95  € [D] 
Originaltitel: Flat out Love (2011)

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Inhalt


Nachdem sich herausgestellt hat, dass Julie einem Mietbetrüger aufgesessen ist, wird sie von der Familie einer Freundin ihrer Mutter freundlich aufgenommen. Doch hinter der Fassade versteckt sich etwas, das von der Familie totgeschwiegen wird. Warum ist der älteste Sohn ständig auf Reisen? Und warum trägt die Tochter ständig eine Pappfigur ihres Bruders mit sich herum?


Meine Meinung


Dieser Jugendroman hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ich konnte mich sofort in die angehende Studentin Julie hineinversetzen und ihre Gefühle und Ängste, als sich herausstellt, dass sie quasi obdachlos ist, sehr gut verstehen. In der Familie der Freundin ihrer Mutter habe ich mich ebenfalls sofort willkommen gefühlt - und das hat die Autorin auf nur wenigen Seiten fertig gebracht.

Aber wie Julie selbst habe auch ich schnell gemerkt, dass etwas von der Familie verheimlicht wird. Der offensichtlichste Hinweis ist die Pappfigur ihres großen Bruders Finn, die die kleine Celeste überall mit hin nimmt und die regelmäßig Auslöser von Nervenzusammenbrüchen ist. Finn ist auf Reisen und Celeste vermisst ihn offensichtlich so sehr, dass sie sich nicht anders zu helfen weiß und darüber ihr Teenagerdasein verpasst. Ich glaube, der "Helferinstinkt", der Julie dazu bringt, sich dem Mädchen anzunehmen, würde in jedem von uns erwachen, der sich einer solchen Situation gegenüber sieht.

Celeste wie auch alle anderen Charaktere sind liebevoll gezeichnet, wirken realistisch und haben sympathische Stärken und Schwächen. Den stets abwesenden Finn lernt der Leser, wie Julie selbst, nur über den Emailverkehr kennen, der sich zwischen den beiden entspinnt. Dass sich Julie schnell in ihn verliebt ist nicht verwunderlich, denn Park hat es geschafft, den Zauber des Chattens einzufangen, den ich selbst nur zu gut kenne. Das Besondere an diesem Roman ist jedoch, dass nichts so ist, wie es zu sein scheint... 

"Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte" ist so schön und so traurig, dass das Buch einen eigentlich nur schwer kaltlassen kann. Beim Lesen kamen so viele Emotionen in mir hoch und oft saß ich einfach nur da und lächelte, weil die beschriebene Situation einfach schön war. Vor allem die romantischen Szenen, die sich im Buch sowohl in Form von Tagträumen als auch in realen Situationen abspielen, haben mich verzaubert. Auch ist das Buch ein echter Pageturner, da Park so viele Geheimnise rund um die Familie webt, die man einfach aufdecken möchte.

Einziger Kritikpunkt meinerseits sind die Facebook-Neuigkeiten von Julie, Finn und Matt, mit denen jedes Kapitel beginnt. Gibt es tatsächlich Leute, die so etwas posten? Ich kenne keine und ich fand sie meist ziemlich affig. Trotzdem vergebe ich ganze 5 von 5 Wolken.

Kommentare:

  1. Haha, diese Facebook-Posts fand ich auch mega unpassend und total unnötig :D Ich habe mich auch gefragt, wer das wohl macht :D Ich mochte Julie aber generell nicht wirklich :D
    Liebst, Lara.

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    1. Naja, "mögen" ist bei mir auch fast schon zu viel gesagt. Aber ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Aber wie schön zu hören, dass es nicht nur mir so ging mit den Facebook-Posts :D

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    2. Ich mich gar nicht, ups :D
      Ja, das muss sich doch jeder fragen, das war wirklich blöd :D

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  2. Huhu :-)

    Oh, Pappfinn fand ich auch ganz toll. Wie dich konnte mich das Buch sofort in seinen Bann ziehen und hat mir äusserst gut gefallen.

    lg Favola

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  3. Hallo nochmal,

    hach, ich habe dieses Buch auch soo geliebt, ich habe es ungefähr drei Tage ständig mit mir herumgeschleppt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht und es deswegen in jeder freien Minute gelesen habe ^^

    Jetzt, wo du's schreibst ... Mit den Facebook-Einträgen konnte ich auch nicht viel anfangen und den Zusammenhang mit der Handlung habe ich auch nicht immer gesehen ... Mich hätte es also auch nicht gestört, wenn man die weggelassen hätte (in der Danksagung stand, glaube ich, dass ein Bekannter der Autorin die Posts verfasst hat).

    Liebe Grüße,
    Bianca

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)