Donnerstag, 3. Dezember 2015

"All I want for Christmas" von Amy Silver

"Terry und ich hatten uns gerade über das Thema Knoblauch gestritten. Nein, das stimmt eigentlich nicht: Wir hatten das Thema freundschaftlich diskutiert. Unter besonderer Berücksichtigung der Zubereitung von Pesto. Terry meinte, in jedem italienischen Kochbuch, das er je gelesen hat, käme Knoblauch ins Pesto. Kann ja sein, aber meine italienische Schwiegermutter hat mir beigebracht - man könnte auch sagen gnadenlos eingehämmert -, dass Knoblauch NICHTS im Pesto zu suchen hat!"


"All I want for Christmas" von Amy Silver

Verlag: Rowohlt (2015)
Format: TB, 320 Seiten
ISBN: 978-3-499-27191-5
Preis: 9,99 € [D] 
Originaltitel: All I want for Christmas (2010)

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Inhalt


Drei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, treffen in der Vorweihnachtszeit aufeinander. Doch aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich langsam Freundschaft und die Fassaden, die jede von ihnen um sich herum errichtet hat, beginnen zu bröckeln.Vor allem die von Bea, die eine ganz besonders tragische Geschichte zu erzählen hat und der es lange schwer fiel, ihr Herz wieder für andere zu öffnen.


Meine Meinung 


Ich hatte hohe Erwartungen an das Buch, da es eines der wenigen Bücher ist, die ich mir dieses Jahr gekauft habe. Es war außerdem der zweite Weihnachtsroman den ich, abgesehen von Weihnachts-Kinderbüchern, jemals gelesen habe. Glücklicherweise haben sich meine Erwartungen erfüllt und ich verbrachte gemütliche Stunden mit dem Buch.

Der Café-Besitzerin Bea steht ein ganz besonderes Weihnachtsfest bevor. Es ist das erste Weihnachten, das sie mit ihrem kleinen Sohn alleine verbringen wird, und es soll daher etwas Besonderes werden. Bea ist der Kern der Geschichte und die Autorin spielt den Erwartungen und Vermutungen des Lesers hinsichtlich Beas Vergangenheit. Warum ist dies ihr erstes Weihnachten allein mit ihrem Sohn, obwohl dieser schon über ein Jahr alt ist? Was ist mit dem Vater des Kindes und warum hat er die Familie verlassen?

Dass es noch zwei andere Frauen gibt, die in diesem Roman eine tragende Rolle spielen, lässt die kurze Inhaltsangabe auf der Rückseite gar nicht vermuten, und ich war positiv überrascht von der Erkenntnis, dass es im Grunde drei Handlungsstränge gibt, die sich aber zeitweise kreuzen: den von Bea, von Olivia und von Chloe.

Olivia steht unter großem beruflichen Druck, als ihr langjähriger Freund ihr einen Heiratsantrag stellt. Dieser sollte eigentlich ein freudiges Ereignis sein, doch Olivia beginnt plötzlich zu zweifeln: Hat sie schon genug erlebt um zu heiraten? Mit wie vielen Menschen sollte man geschlafen haben, bevor man den Kick von One Night Stands und ersten Küssen für immer aufgibt? Der vorweihnachtliche Stress, den ihr der Besuch der Familie ihres Verlobten beschert, verunsichert sie nur noch mehr.

Chloe ist Anwältin und hat eine Affäre mit einem verheirateten Mann. Als er ihr mitteilt, dass er seine Frau nicht verlassen will, bricht Cloe schweren Herzens den Kontakt ab und sieht sich plötzlich der Einsamkeit gegenüber. Sie hat keine Freunde und auch sonst niemanden, an den sie sich wenden kann, da sie sich nach außen unnahbar und unfreundlich gibt. Doch Bea und Olivia locken sie schließlich aus der Reserve, wenn auch unbeabsichtit, denn anfänglich kann keine der beiden Chloe leiden. Sie ist auch wirklich ein harter Brocken, und sie war mir auch schnell unsympathisch. Parallel zu ihrer Selbsterkenntnis wuchs aber auch meine Sympathie für sie.

Die Kapitel erzählen abwechselnd von einer der Frauen, wobei Bea in der Ich-Form spricht und damit auch formal im Zentrum steht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind jeweils mit dem Datum, beginnend am Dienstag 14. Dezember, und der Uhrzeit überschrieben. So können auch sich überschneidende Ereignisse an verschiedenen Orten ausführlich erzählt werden und man hat schnell das Gefühl, die Frauen wie die eigenen Freundinnen zu kennen. Leider hat sich bei den Daten jedoch ein kleiner Fehler eingeschlichen: Es gibt einen Donnerstag den 15. und einen Donnerstag den 16. Dezember. Danach verschiebt sich alles um einen Tag. Das stört aber den Verlauf der Geschichte zum Glück nicht.

Es hat mir sehr gefallen, wie sich der Roman entwickelt, und ich war sehr berührt von der tragischen und ehrlichen Geschichte Beas. Silver ist es gelungen, einfühlsam zu erzählen, ohne dass die Geschichte kitschig oder abgedroschen wirkt. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, wie die Ereignisse sie aus der Bahn geworfen haben, und umso mehr bewunderte ich sie für ihre Stärke und den Willen, ihrem Sohn eine gute Mutter zu sein. Auch in die anderen beiden Frauen konnte ich mich gut hineinversetzen und jede ihrer Geschichten nahm mich gefangen.

"All I want for Christmas" ist ein kurzweiliger, vorweihnachtlicher Roman, den ich gerne gelesen habe und nächstes Jahr um diese Zeit bestimmt wieder lesen werde. Ich vergebe 4 von 5 Wolken.

1 Kommentar:

  1. Oh, das Buch klingt nach einem, das auf meine Wunschliste sollte! Danke für die Empfehlung!

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)