Dienstag, 21. November 2017

"Klammroth" von Isa Grimm


 "Klammroth" von Isa Grimm

Verlag: Lübbe (2014)
Format: TB, 334 Seiten
ISBN: 978-3-7857-6107-6
Preis: 14,99 € [D] 

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Inhalt


Nach Jahren, die Anais damit verbracht hat, nicht an die schlimmen Ereignisse zu denken, die sich in ihrer Heimatstadt Klammroth ereigneten, als sie noch ein Kind war, führen ein Brand in ihrem Elternhaus und der Tod ihrer Stiefmutter sie zurück an den Ort des Geschehens. Doch der mittlerweile stillgelegte Tunnel, in dem sich damals die Katastrophe ereignet hat, die dutzende Kinder das Leben gekostet hat, scheint nach ihr zu rufen und in der Klinik, in der ihr Vater seit Jahren lebt, geht es nicht mit rechten Dingen zu. Was ist damals geschehen und wie kann Anais dem Schatten der Vergangenheit entkommen?

Meine Meinung


Dieser Roman ist mir in der Bücherei aufgrund des auffälligen Covers ins Auge gefallen und nach dem Lesen des Klappentexts sofort im Körbchen gelandet. Im Nachhinein könnte das Cover perfekter nicht sein, denn es glüht dem Leser geradezu entgegen und spielt damit auf die Feuerkatastrophe an, die der Kern der Geschichte ist.

Von Anfang an steht ein Rätsel im Raum, was den Einstieg ins Buch leicht macht. Warum ist Anais' Elternhaus abgebrannt und warum befand sich ihre Stiefmutter zum Zeitpunkt der Katastrophe darin? Mord, Selbstmord, Versicherungsbetrug? Anais möchte die ganze Sache einfach nur schnell abhaken, wird jedoch wieder in den Bann des mittlerweile verschlossenen Tunnels gezogen, in dem sich vor Jahren die Katastophe ereignet hat, die ihr Leben seither überschattet hat.

Die Atmosphäre in Klammroth ist typisch für solche Bücher: ein kleines abgeschiedenes Dörfchen, das aufgrund von Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten zu werden droht, wenige wortkarge Bewohner und nur spärliche Informationen, gleichzeitig eine Handvoll Menschen, deren vermeintlich weiße Weste einen geradezu blendet. Von Anfang an ist klar, dass irgendetwas Größeres hinter den Geschehnissen steckt und Grimm lenkt geschickt den Blick auf das Offensichtliche, während sie gleichzeitig immer wieder Zweifel aufkommen lässt: Ist wirklich alles so, wie es scheint?

Nicht gefallen hat mir, dass ein Teil der Lösung des Rätsel fantastische Züge trägt. Ich finde solche Bücher immer viel beklemmender und gruseliger, wenn alles so auch in der Realität passieren könnte. Das ist es, was mir Gänsehaut verursacht - der Gedanke daran, dass ich in genau derselben Situation stecken könnte. Das ist in diesem Fall unwahrscheinlich. Doch obwohl man mit rationalem Kombinieren nicht darauf kommt, wie alles zusammenhängt, sind die Figuren erstaunlich eindimensional und das Geschehen im Kern sehr vorhersehbar. Die Charaktere sind eher Typen als mehrdimensionale Figuren: der aalglatte Arzt, der reuige Jugendfreund, der hilfsbereite aber zweifelnde Polizist... Diese Figuren finden sich in vielen Büchern dieser Art.

Dennoch hat es mir Spaß gemacht, mit Anais auf eine Reise in die Vergangenheit zu gehen und zu versuchen, die Puzzleteile zusammenzusetzen, und tatsächlich hielt das Buch dann gegen Ende noch die ein oder andere Überraschungen für mich bereit.

Ich vergebe 3 von 5 Wolken.

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